Moderation von Constantin Hoya
Track "Organisationsentwicklung" & "Führung im Wandel"
Organisationen in 3 Dimensionen beobachten und designen (11:00-11:40)

Im Rahmen des Designs von Organisationen fallen oft die Begriffe „Aufbauorganisation“ und „Ablauforganisation“ in der Hoffnung, hat man beide Organisationsdimensionen passfähig designed, man auch ein umfänglich gutes Organisationsdesign vorrätig hat.

Genügen diese beiden Dimensionen?

Schauen wir uns dazu mal gerne unseren menschlichen Körper an. Was müssen wir begreifen, um eine Chance zu haben, die Funktionsweise des menschlichen Körpers ganzheitlich zu begreifen?

Da wäre zum einen die Anatomie. Wir sollten begreifen, aus welchen Organen der menschliche Körper aufgebaut ist und welche Aufgabe und Verantwortung jedes einzelne Organ besitzt. Das könnte man unter Aufbauorganisation im Sinne von Organisationen verstehen, im Rahmen derer man Bereiche, Teams, Rollen, Meetings etc. definiert, die benötigt werden, damit Organisationen lebensfähig sind.

Da wäre zum anderen die Physiologie. Wir sollten die Prozesse in Organen und zwischen diesen begreifen, wie zum Beispiel den Verdauungsvorgang. Das könnte man unter Ablauforganisation im Sinne von Organisationen verstehen, im Rahmen derer das Zusammenspiel von Teams und Bereichen definiert wird, um Kunden einen Wert über das Liefern von Produkten und Services zu generieren, um Lebensfähigkeit herzustellen.

Reichen Anatomie und Physiologie, um den menschlichen Körper in seiner Funktionsweise vollständig zu begreifen? Wie steht es beispielsweise um das Planen von bestimmten Ereignissen, wie Urlaub, Hochzeit oder Jobwechsel? Oder um das Agieren im Straßenverkehr? Quasi um das Organisieren, Entscheiden und Kommunizieren mit der Umwelt? Lassen sich diese Phänomene über Anatomie oder Physiologie erklären?

Nein. Hier zieht man die so genannte 3. Dimension zu Rate, die Neurologie. Und an genau dieser Stelle sind herkömmliche Organisations- und Skalierungsmodelle blank, weshalb viele Transformationen in Unternehmen nicht den erhofften Erfolg mit sich bringen.

Diese Lücke wird in diesem Vortrag geschlossen, in dem eine Vorgehensweise hergeleitet wird, um zusätzlich die 3. Dimension von Organisationen, wo es um die Steuerungs- und Kommunikationsorganisation geht, zu beobachten und damit Organisationen in seinen 3 Dimensionen vollständig zu designen.

Key Takeaways

Die Zuhörer:innen lernen eine ganz konkrete Vorgehensweise, inklusive Frage- und Checklisten, Design Prinzipien basierend auf Systemgesetzen und Vorlagen kennen, um direkt nach der Veranstaltung Organisationen neu zu beobachten und auf der Basis diese neu zu designen, damit in dieser passfähig zum Markt agiert werden kann.

An wen richtet sich der Vortrag?

Top-Management, Management, Organisationsentwickler:innen

Referent: Conny Dethloff, borisgloger consulting GmbH

"Was um alles in der Welt ist eigentlich agil an diesen OKRs?" (11:50-12:30)

OKRs sind in aller Munde und viele Unternehmen arbeiten schon erfolgreich damit. Aber wann ist die Nutzung von OKRs tatsächlich agil? Der Kniff liegt in den Key Results. Schlecht übersetzt verstehen wir darunter auf Deutsch: Schlüsselergebnisse. Entsprechend unserer Denkgewohnheiten gehen wir beispielsweise bei der geplanten Erreichung dreier Meilensteine davon aus, unsere „Schlüsselergebnisse“ erfolgreich getroffen zu haben. Nur: Um die Meilensteine zu erreichen, arbeiten wir im schlimmsten Fall gleich anschließend an die finalisierte OKR Formulierung eine durchgetaktete Roadmap ab, damit wir auch wirklich am Ende des Quartals unsere selbst gesetzten Meilensteine erreichen. Wie agil ist das? Nun ja, eigentlich gar nicht so. Der Mehrwert an dieser Herangehensweise ist zwar, dass wir Ziele kleiner schneiden und entsprechend quartalsweise neu ausrichten können.

Der wahre Wert von OKRs lässt sich erreichen, wenn Key Results als messbare Metriken verstanden werden. Regelmäßige Messungen zeigen auf, ob die gesetzten Maßnahmen erfolgreich sind. Lässt man Teams OKRs in Verbindung mit anderen Teams gestalten, zeigen sich durch die transparente Verkettung von OKRs durch die Organisation nach kurzer Zeit die relevanten Wertströme. Das Organisationsdesign darf hinterhergezogen werden und muss nicht mehr hinter verschlossenen Türen auf dem Reißbrett in der Art eines Regelwerks von Reporting-Hierarchie gemalt werden. Anhand dieser Mechanismen zeigt sich ebenso, welche Veränderung im Führungsverhalten zu erwarten ist, damit OKRs die Organisation tatsächlich zum Fliegen bringen können. Zum anderen wird es unsere Wahrnehmung dessen, was Organisationsentwicklung im 21. Jahrhundert sein sollte, sehr verändern.

Key Takeaways

Wie werden OKR-Ziele zu wirklich inspirierenden Zielen, bei denen alle mitgestalten? Wann fördern sie Innovation? Was ist von Führung gefordert? Wie wird sich das in der Folge potenziell auf unser Verständnis von Organisationsentwicklung im 21. Jahrhundert auswirken können?

An wen richtet sich der Vortrag?

Fortgeschritten

Referentin: Charlotte Koppenhöfer, Raiffeisen Informatik

Bullshit Bingo durchgespielt? So geht gutes Arbeiten wirklich! (14:00-14:40)

Agilität, New Work, Holacracy, Skalierungsframeworks… "besser Haben als Brauchen" oder "Viel hilft viel" scheinen beliebte Strategien von Unternehmen zu sein, die beginnen sich mit ihrer Organisationsentwicklung zu mehr Agilität zu beschäftigen.

Häufig bleibt leider das passende Problem zur trendigen Lösung unbeachtet.

In dieser Session findet ihr heraus, welche Fragen Eure Organisation klären sollte, bevor ableitbar ist, welche Organisationsstruktur und welche Methoden und Frameworks passend sind.

Außerdem schauen wir uns mit Team Topologies und unFIX mögliche Spicker für Organisationsdesigns und Zusammenarbeitsprozesse an.

Mitnehmen tut ihr außerdem einen Fragebogen zur Ableitung Eures individuellen "Gute-Arbeit-Konstrukts".

Key Takeaways

Ihr erfahrt in diesem Vortrag:

  1. was ganz individuell geklärt werden sollte, bevor eine Organisationsentwicklung begonnen wird bzw. auf den richtigen Kurs gebracht werden kann.
  2. wie moderne Organisationsdesigns wie Team Topologies oder unFIX funktionieren und warum dies als Inspiration wichtig ist.
  3. Weniger aber pointiert ist mehr!

An wen richtet sich der Vortrag?

Menschen, die etwas verändern wollen - unabhängig von der Rolle

Referentin: Kim Nena Duggen, embarc Software Consulting GmbH

Digitale Zusammenarbeit: Wie Du Remote-Teams schnell in wertschöpfende Arbeit bringst. (14:50-15:30)

Stell' Dir, Du musst innerhalb von fünf Wochen kundenzentrierte Ideen für neue Services und Produkte entwickeln. Dein Team setzt sich aus Menschen aus unterschiedlichen Standorten zusammen, die täglich digital zusammenkommen und von Tag eins an gemeinsam wertschätzend und wertschöpfend arbeiten müssen, obwohl sie sich nicht kennen. Dazu gehört auch, eine Vision zu entwickeln, der idealerweise alle Beteiligten folgen können…

In diesem Vortrag erfährst Du

  • wie Du die Basis für einen gelungenen Onboarding-Prozess für eine multidisziplinäre Gruppe schaffst, die zügig zum Team werden muss;
  • wie Du Menschen dabei unterstützt, offen miteinander in Kontakt zu kommen;
  • wie Ihr eine gemeinsame Vision entwickelt;
  • wie Du spielerisch Wissen über agile Arbeitsmethoden vermittelst und erlebbar machst;
  • wie Du über den täglichen Check-in ein Zugehörigkeitsgefühl auch über hunderte von Kilometern erzeugst;
  • wie Du und Dein Team kunden- und nutzerorientierte Lösungen für Probleme findet;
  • wie Du ein Remote-Projekt wertschätzend abschließt.

Achtung: Der Prozess wurde mehrfach erfolgreich durchgeführt und ist sowohl analog als auch online anwendbar. Versprochen.

Key Takeaways

Die Zuhörer:innen erhalten einen Überblick über praxiserprobte Methoden, die Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und Zusammenhängen dabei unterstützen, sowohl online als auch analog zügig in wertschätzende und wertschöpfende Zusammenarbeit zu kommen.

An wen richtet sich der Vortrag?

Scrum-Master, PO, HR, Recruiting

Referentin: Andrea Kuhfuß, QLab Think Tank GmbH

Leadership statt Leadershit - mach mich nicht zum Schaf (16:10-16:50)

Braucht die moderne Organisation Hierarchie und Management oder kann man das abschaffen? Eine neue Art der Führung brauchen wir in jedem Fall, um allen Herausforderungen der Postmoderne gerecht zu werden. Aktuell ist das Thema Hierarchielosigkeit und Leadership ein starker Treiber für den unternehmerischen Wandel. Die Abkehr vom Silo hin zu flachen Hierarchien ohne Mittelmanagement scheint der Heilsbringer zu sein, um der zunehmenden Komplexität begegnen zu können. Das jedoch ist eine allzu starke Simplifizierung und führt im Zweifel zu falsch verstandenen Organisationsstrukturen, die der komplexen Problemstellung des Marktes alles andere als gerecht werden. In dieser Session kläre ich auf, denn auch eine lernende Organisation braucht Hierarchie bzw. Führung, um funktionieren zu können und auf Dauer lebensfähig zu sein.

Referent: Frank Düsterbeck, Kurswechsel Unternehmensberatung GmbH

Epic Win: Wie Spieledesign dir als Führungskraft zum Sieg verhilft (17:00-17:40)

Studien belegen, dass der Spaß am Arbeitsplatz oft zu kurz kommt und viele nur zur Arbeit gehen, um Geld zu verdienen, innerlich gekündigt haben und Befriedigung in ihrer Freizeit suchen. Täglich spielen Menschen Millionen von Stunden Brett- und Computerspiele, feiern dabei "epische Siege", haben Spaß und können nicht genug kriegen.

Wäre es nicht toll, wenn es Firmen gelingen würde, ein Umfeld zu kreieren, in dem Menschen sich genauso ausleben können wie in Spielewelten und gar nicht aufhören wollen, weiterzuspielen?

Wir glauben: Ja! Daher haben wir erarbeitet, welche Eigenschaften, Mechanismen und Charakteristika Spielen zu Grunde liegen und wie sich diese auf das Design von Unternehmensstrukturen übertragen lassen. Damit Führungskräfte zu erfolgreichen Spieledesigner*innen werden!

Key Takeaways

  • Was Spiele mit Organisationen zu tun haben: Strukturen, Rollen und formale Elemente werden in Spielen und Organisationen ähnlich designt.
  • Wie du Arbeit zu einem spannenden Spiel machst: vom Iteratives Spieledesign kannst du einiges lernen, zum Beispiel über Balance, FairPlay und Spaß im Spiel.
  • Wie du zum Spiele- und Organisations-Designer wirst: welche Kompetenzen du brauchst, wann du Spielregeln brechen solltest und wie du dein Organisationsdesign visualisierst.

An wen richtet sich der Vortrag?

Führungskräfte, Organisationsentwickler*innen, Agile Coaches

Referentinnen: Dr. Miriam Sasse, Bertelsmann / Arvato Systems & Juliane Pilster, HDI Global SE

Constantin Hoya

Constantin Hoya ist Director Agile Organization und Agile Coach bei Olympus Surgical Technologies Europe in Hamburg und Tokio. Seit 2006 ist er in unterschiedlichen Funktionen im Projektmanagement tätig. Bei Olympus begleitet Constantin Hoya Projektteams in der agilen Produktentwicklung, bei der Teamentwicklung und Führungskräfte auf ihrem Weg in agiles Arbeiten.

Constantin Hoya

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